Ironie des Schicksals – Bitcoin-Kritiker Roubini entwickelt tokenisierten „Dollar“

Nachdem sich Nouriel Roubini lange Zeit äußert kritisch über die Innovationen der Kryptobranche geäußert hat, arbeitet der Wirtschaftsprofessor nun an einem eigenen digitalen Token.

Der Wirtschaftsprofessor und ausgesprochene Krypto-Kritiker Nouriel Roubini übernimmt in leitender Funktion die Entwicklung eines tokenisierten Finanzprodukts, das als Absicherungsmittel gegen Inflation dienen soll.

Der Vorstoß von Roubini in die Welt der digitalen Finanzinstrumente ist umso überraschender, da der Wirtschaftsprofessor schon lange einer der wohl heftigsten Kritiker der Kryptobranche ist. In seiner Rolle als Mitgründer und Chefökonom der in Dubai ansässigen Investmentfirma Atlas Capital Team LP will Roubini nun eine Reihe von Finanzprodukten einführen, die letztendlich den Weg für einen Security-Token ebnen sollen, der einen „widerstandsfähigen Dollar“ verbriefen soll.

Wie Bloomberg berichtet, benennen Atlas Capital Geschäftsführer Reza Bundy und Roubini die momentane Weltwirtschaftslage als treibenden Grund für die Einführung des neuartigen Finanzprodukts.

Das in Dubai ansässige Unternehmen wird dazu mit dem Web3-Entwickler Mysten Labs zusammenarbeiten, der die Technologie hinter dem sogenannten United Sovereign Governance Gold Optimized Dollar (USG) stellen soll.

Wie Roubini am Montag in einem Tweet erklärt, wird der USG zunächst die Form eines klassischen Total Return Swaps haben, der nur für große Investoren zugänglich ist. Später soll das Finanzprodukt dann zum börsengehandelten Fonds (ETF) umgewandelt werden, ehe im letzten Schritt die Tokenisierung erfolgt.

Laut dem Bericht von Bloomberg wird der USG durch traditionelle Assets wie kurzfristige US-Staatsanleihen, Gold und Immobilienfonds abgedeckt. Die primären Kunden des Finanzprodukts sind Großinvestoren wie Investmentfonds, Rentenfonds und Zentralbanken.

In einem Kommentar für den Guardian ht Roubini Anfang Mai die momentane Wirtschaftslage analysiert, und erklärt, welchen Druck diese allen voran auf den US-Dollar auswirkt, der bisher als globale Leitwährung galt.

So befürchtet Roubini, dass der Ukraine-Konflikt unvorhergesehene Konsequenzen für die amerikanische Währung mit sich bringt, denn deren Rolle als zentrales Instrument der globalen Finanzsanktionen schwächt diese unweigerlich. Dahingehend führt der Ökonom aus:

„Dadurch entstehen nicht nur starke Spannungen im internationalen Handel von Gütern, Produkten, Dienstleistungen und Kapital, sondern dadurch werden mit den USA rivalisierende Länder auch dazu angeregt, ihre Fremdwährungsreserven aus dem Dollar zu verschieben.“

Der Experte prognostiziert, dass der US-Dollar in Folge dessen massiv geschwächt werden könnte und dass regionale Währungssysteme im Gegenzug wieder an Wert gewinnen. Umso mehr Sinn würde es nun machen, „ein neues Finanzinstrument zu lancieren, dass im Prinzip ein widerstandsfähigerer Dollar ist“.

Doch als Teil der Kryptobranche sieht sich Roubini damit ganz und gar nicht, denn in den Plänen von Atlas finden sich selbstverständlich noch kritische Anmerkungen gegenüber dieser. So heißt es, dass Kryptowährungen nur auf Schall und Rauch basieren, und dass diese keinen wirklichen Mehrwert bieten oder echte Erträge generieren. Vielmehr würde es sich nur um eine rein spekulative Anlageklasse handeln.

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